| Selbst ist der Mann |
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| Geschrieben von: Frank Schober |
| Mittwoch, 06. Januar 2010 um 18:07 Uhr |
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Jan Benzien hat zum Jahreswechsel einen Schritt vollzogen, den sich nur wenige Spitzensportler zutrauen: Der WM- sowie EM-Dritte im Kanuslalom übernimmt seine Vermarktung selbst und hat den Vertrag mit der Sachsensportmarketing-Agentur aufgelöst. Der 27-Jährige, der im Projekt 12-4-12 auch von der LVZ gefördert wird, hat 2009 in Riesa ein Sportmarketing-Studium erfolgreich abgeschlossen. Vor vier Jahren überraschte Jan Benzien schon einmal auf diesem Gebiet. Gemeinsam mit seiner heutigen Ehefrau Mandy Planert verließ er die Olympiasport GmbH, da die Chemie zwischen dem Kanupaar und Geschäftsführer Axel Lobenstein einerseits nicht stimmte, beide jedoch auch mit der dortigen Vermarktung unzufrieden waren.Diesmal beteuert Benzien, sich im Guten von Manager und Agentur-Chef Ralf Neumann getrennt zu haben. "Wir verstehen uns gut. Ich stehe mit meinen Sponsorengeldern doppelt so gut da wie Ende 2005. Und wir wollen hier und da auch weiter zusammenarbeiten." Nur ein Vertrag bindet beide Seiten nicht mehr. Der Sportsoldat spart sich künftig die Agenturkosten. "Ich gehe aber auch ein Risiko ein, denn bislang war ich durch einen Grundbetrag abgesichert." Benziens bisheriger Manager Ralf Neumann erklärt, über den Schritt seines Schützlings nicht überrascht gewesen zu sein. "Aufgrund seines Studiums und seiner vielen Kontakte, überhaupt seiner Kontaktfreudigkeit, passt das sicher. Dennoch besteht der Zwiespalt, inwieweit er als Sportler die nötige Zeit aufbringen kann, ohne dass die Leistung darunter leidet. Eine Agentur ist ja auch dafür da, dass der Athlet den Kopf frei hat für sein Kerngeschäft - Training und Wettkampf. Und mitunter sind Vertragsverhandlungen für eine Agentur leichter, da man dann nicht als Bittsteller für sich selbst dasteht." In dem Punkt befürchtet der Athlet für sich indes keine Nachteile. "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich als Sportler zum Beispiel bei Bällen oder Empfängen leichter mit potenziellen Partnern ins Gespräch komme und ihnen von meiner Sportart berichten kann. Dann fällt es mir hinterher auch leichter, sie anzusprechen, ob sie mich unterstützen." Als Bittsteller sieht sich Benzien ohnehin nicht: Er suche nicht nach Mäzenen, die einen armen Sportler fördern. Vielmehr konnte er seinen Partnern bislang stets Gegenleistungen in Form von Werbeflächen und Medienauftritten bieten. Andererseits stellt der zweifache Familienvater auch klar, dass er als Slalomkanute keine Reichtümer anhäuft: "Da ich recht selten zu Hause bin, freue ich mich schon, wenn ich meine Familie ab und an mit ins Trainingslager nehmen kann. Das muss natürlich finanziert werden." Zudem will er durch seine Selbstvermarktung viel für seine spätere berufliche Karriere lernen. Im Auftrag seines Vereins Leipziger KC versucht sich der Olympiazwölfte von Peking auch in der Vermarktung der U23- und Junioren-EM im August im Kanupark Markkleeberg. "Die Veranstaltung kostet 90 000 Euro, die müssen erstmal gestemmt werden. Unser Ziel ist es, rund 20 000 Euro über die Wirtschaft reinzuholen. Ich versuche, dass die deutsche Elite für eine Autogrammstunde nach Markkleeberg kommt." Von Wettkämpfen, an denen er selbst teilnimmt, lässt er jedoch die Finger. Denn dann könnte tatsächlich die Konzentration leiden. Einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Sportarten will Benzien weiterhin nutzen: den Kanupark an sich, wo potenzielle Partner selbst mit dem Weltklassemann das wilde Wasser bezwingen können. Frank Schober
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Kanuslalom-Ass Jan Benzien verzichtet auf eine Agentur und vermarktet sich persönlich