|
Heute WM-Start der Kanuslalom-Artisten in Spanien / Drei Leipziger dabei La Seu d’Urgell. 28 Grad und Sonne pur – da könnten für die (deutschen) Kanuslalom-Asse in den spanischen Pyrenäen Urlaubs-Gefühle aufkommen. Doch diese wichen spätestens gestern Abend bei der Eröffnung der Welttitelkämpfe in La Seu d’Urgell dem sich endlich einstellenden WM-Fieber. Die drei Leipziger Starter hätten es sich nicht träumen lassen, dass der kleine Kanal in Markkleeberg, den sie sonst links liegen lassen, in diesem Sommer so begehrt sein würde. Im Kanupark wirkt er wie eine Strecke für den „Pioniernachmittag“. Doch bei der WM-Vorbereitung war der Nebenarm für Jan Benzien sowie David Schröder und Frank Henze Gold wert. „Als wir wussten, dass die WM in Seu stattfindet, wären wir am liebsten schon im Frühjahr auf dem kleinen Kanal gepaddelt“, so Schröder. „Aber wir mussten uns ja erstmal qualifizieren.“ Und diese Quali fand nun mal Anfang August auf der Markkleeberger Hauptstrecke statt.
In den vergangenen vier Wochen folgte die große Umgewöhnung. Zwei Wochen trainierte das WM-Team auf dem Olympiakanal von 1992, zum Heimtraining nutzten Benzien und Co. die leichte Strecke daheim. „Der Kanal ist etwa so schmal wie der WM-Kurs, auch die Linkskurve ist so ähnlich. Und vor allem kann man die Fließgeschwindigkeit mit der in Seu vergleichen“, zählt der EM-Dritte die größten Gemeinsamkeiten auf. Statt der inzwischen gewohnten 15 Kubikmeter pro Sekunde „schleicht“ das Wasser in Seu mit etwa neun Kubik ins Tal. Benzien erwartet aufgrund des nicht so wilden Wassers eine enorme Leistungsdichte. Aber eines stellt der 27-Jährige auch klar: „Das bedeutet nicht, dass der WM-Kurs leicht ist. Er hat durchaus seine Tücken.“ Dies bekam der Olympia-Zwölfte gestern zu spüren, als auf einem Stein das Heck seines Bootes brach. „Alles halb so wild“, sagte der zweifache Familienvater: „Mein Bootsbauer macht bis morgen eine Lage Karbon-Faser drauf. Die Hälfte der Starter fährt mit einem frisch geflickten Boot herum.“ Im Trainingswettkampf am Montag waren sowohl Einercanadier Benzien als auch Schröder/Henze im C2 bestes deutsches Boot. Die eine Trainingsstunde täglich teilten sich die Deutschen mit Großbritannien und Irland, insgesamt waren damit je 26 Boote auf der Strecke. Und die DKV-Starter hatten Glück, dass sie nie morgens 7.30 Uhr oder abends nach 18 Uhr dran waren. Schröder/Henze werden heute Nachmittag zur Quali gebeten, während sich Benzien noch einen Tag erholen kann. Platz 20 ist fürs Erreichen des Halbfinales nötig – und sollte bei konzentriertem Herangehen nicht das große Problem werden. Um etwas Ablenkung zu bekommen, suchte die Zweier-Besatzung für ihre heute anreisenden Freundinnen nach einem schönen Zeltplatz in der Nähe. Und das Leipziger LKC-Trio ging zusammen in den Pyrenäen wandern. Da ihr Orientierungssinn etwas versagte, wurden aus geplanten zwei Stunden dreieinhalb, zudem kamen die drei mit von Dornen zerstochenen Beinen zurück. Bis zum Wettkampf dürften sie sich davon erholt haben. Und auf dem Slalomkurs werden sie sich hoffentlich nicht verirren. Zeitplan Heute, 15 – 19 Uhr: Quali C2 Männer und K1 Frauen, Morgen, 9-16 Uhr: Quali C1 und K1 Männer. Sonnabend, 9-11.30 Uhr: Quali Teamwettbewerbe, 12.30-14 Uhr: Mannschafts-Finals. Sonntag, 9-12 Uhr: Halbfinals, 12.30-14 Uhr: Finals. |