Jan & Mandy Benzien

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Benzien plant bis Rio 2016

Slalomkanute steckt sich nach diesjährigem Olympia-Aus neue Ziele / Morgen beginnt EM in Augsburg
Leipzig.
Jonas Benzien hat seinen Papa schon oft an der Slalom-Strecke angefeuert und meist mitgejubelt. Vor gut einer Woche bekam der Sechsjährige aber ganz genau mit, dass ein zweiter Platz mitunter kein Anlass zur Freude ist. Dies beschäftigte den Dreikäsehoch offenbar sehr, denn zwei Tage später kletterte er abends extra noch einmal aus seinem Bettchen, streichelte Papa am Arm und meinte: "Ich bin auch traurig, dass du diesmal nur Zweiter geworden bist."


Eben dieser zweite Rang in der Addition der vier Qualifikationsrennen von Augsburg und Markkleeberg führte für Jan Benzien zum diesjährigen Olympia-Aus, so dass der 29-Jährige im Ziel von Ehefrau Mandy, Trainer Frithjof Bergner sowie vielen Freunden und Fans getröstet werden musste. Für eine Stunde ebbte die Stimmung unter den 2500 Zuschauern im Kanupark deutlich ab, ehe David Schröder und Frank Henze im C2 quasi das Paddel noch herumrissen und dem Leipziger KC ein Happy End bescherten. 
Viel Zeit zum Wundenlecken blieb Jan Benzien nach der knappen Niederlage im entscheidenden vierten Rennen gegen Sideris Tasiadis nicht. Denn schon morgen - also zehn Tage danach - beginnen in Augsburg die Kanuslalom-Europameisterschaften. Um diese hatte sich Deutschland beworben, um bei der Vergabe der letzten Olympiaplätze Heimvorteil zu genießen. Letztlich war aber das DKV-Team bereits bei der WM im September 2011 in Bratislava stark genug, um die maximal vier Boote für London durchzubekommen. Dass neben Jan Benzien im C1 mit Schröder/Henze (C2), Cindy Pöschel und Paul Böckelmann (K1) sowie Lena Stöcklin (C1) auch in allen anderen Klassen Leipziger Athleten um EM-Lorbeer paddeln, gehört zu den Erfolgsgeschichten der diesjährigen Qualifikation, die im Olympia-Ausscheid unterging. Vereins-Chef Bergner frohlockt jedenfalls: "Die 40000 Euro für das sechswöchige Trainingslager in Australien haben sich ausgezahlt." Das wird auch Fördermittel-Geber und Sponsoren freuen. 
Benzien stellte kurz vor der Abreise noch einmal klar: "Sideris ist am letzten Tag richtig stark gewesen. Ich hätte nicht gedacht, dass er seinen Lauf unter dem Druck so gut nach unten bringt. Ich habe das Olympia-Ticket aber nicht in Markleeberg verloren, sondern eine Woche zuvor am zweiten Tag in Augsburg." Auf dem dortigen Eiskanal paddeln die Rivalen der vergangenen Wochen nun wieder in einem Team und gehen gemeinsam auf Medaillenjagd. Apropos EM: Bereits in drei Jahren finden erneut kontinentale Titelkämpfe auf deutschem Wasser statt, dann feiert der Markkleeberger Kanal EM-Premiere bei den Erwachsenen. 
Eine weitere gute Nachricht gibt es schon jetzt: Lokalmatador und Aushängeschild Benzien will bei der Heim-EM 2015 noch im Boot sitzen. Er verständigte sich nach der Quali mit Bundestrainer Michael Trummer darauf, bis Olympia 2016 in Rio de Janeiro zu paddeln und als Sportsoldat zu verlängern. Die Kehrseite: Wegen eines Bundeswehr-Lehrganges muss er sich den Familien-Urlaub in den Herbstferien abschminken. 
"Der Schwerpunkt ist für mich künftig der C2", sagte Benzien, der mit Partner Franz Anton das EM-Ticket im Zweier nur hauchdünn verpasste: "Der C2 ist mein Strohhalm. Ohne Franz weiß ich nicht, ob ich noch einmal vier Jahre drangehängt hätte." Zuletzt trainierten beide 80 Prozent Einer, in der neuen Saison könnte das Verhältnis 50:50 betragen. Auf den schweren Quali-Strecken merkten beide, dass es unter Druck schwer ist, das 60 Zentimeter längere, 20 Zentimeter breitere und fünf Kilo schwerere C2-Boot sauber um die Slalomstangen zu jonglieren. Steuer- und Hintermann Benzien: "Franz fährt im Einer eine enge Linie. Die muss ich ihm im C2 noch abgewöhnen." 
London-Starter David Schröder sagte über die neuen Kontrahenten: "Wir haben sie ernst genommen, doch es hätte uns beschämt, wenn beide nach so kurzer Zeit das Olympiaticket geholt hätten." Aus eigener Erfahrung weiß er: "Am Anfang macht der C2 viel Spaß. Doch es kommen Konflikte. Das ist etwas anderes, als mal zusammen joggen zu gehen oder eine Runde Tennis zu spielen." Benzien gibt zu: "Es stimmt: Es kann recht schnell zu Reibereien kommen. Aber Franz lockt man nicht so schnell aus der Reserve." 
Und Konflikte müssen gelöst werden - insofern ist der Zweiercanadier eine gute Schule fürs Leben. Vor allem stellt Benzien klar: "Mir macht Kanuslalom immer noch Spaß." Und bald werden Jonas und sein knapp dreijähriger Bruder Mika auch wieder ihre helle Freude am Papa haben. Frank Schober
 

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